Agricola: Harte Arbeit!

Ein Bauernhof war im 17. Jahrhundert harte Arbeit und ist es bei Uwe Rosenberg heute noch. Man versucht seine Familie durchzubringen und sich etwas aufzubauen. Auch mit den Nachbarn hat man gelegentlich zu tun, wenn die im Wald, am Fischteich oder in der Lehmgrube zuvor kommen. Aber letztlich ist man dann doch auf sich allein gestellt und muss gut planen. Unter den Spielen, die weniger interaktiv laufen, sticht Agricola heraus. Es läuft rund, ermöglicht erfreulich ertragreiche Zugkombinationen, und doch sorgt fortwährender Mangel für Bodenhaftung, während man sich zugleich mit den Mitspielern in einem intensiven Wettbewerb um die besten Plätze befindet. Die zugängliche Einsteiger-Variante ohne Karten (die in der alten Auflage als Familienversion bezeichnet wird) lässt sich mit motivierten Kindern tatsächlich schon ab 10 Jahren spielen.

Bewertung: Spitze!

Orléans: Schlafsackbau!

Da stecken wir also unser Gefolge in den Schlafsack und hoffen, dass eine passende Kombination am nächsten Tag wieder bei der Arbeit erscheint. Wobei ein paar Ritter zusätzlich auch noch ein paar Leute mehr heraustreiben. Aber was tun mit den ausgeschlafenen Arbeitern? Mehr Personal besorgen? Reisen? Oder an segensreichen Werken mitwirken? An ein paar Stellen sollte man den anderen einflussreichen Familien zuvorkommen, um ihnen nicht zu viel Einfluss zu überlassen. Doch zugleich braucht man stets eine gute Mischung, um sinnvolle Aktionen auszulösen, sodass die Jagd nach Bürgereinfluss nicht zu einseitg ausfallen sollte. Die Entsendung zu segensreichen Werken hilft dann dabei, im Schlafsack wieder die richtige Balance hinzubekommen.

Bewertung: Empfehlung!

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Mandala: Verblüffend!

Geschirrtuch ausbreiten, Kartenstapel mit lediglich sechs verschiedenen Farben mischen und wenige Minuten erklären, schon geht es los mit atemberaubend spannendem Taktieren. Bei jeder Kartenablage kaut man sich die Fingernägel ab, was man legen soll und wartet dann gebannt auf die Reaktion. Komm ich noch rein ins Mandala, kann ich meine Farben nachlegen, behalte ich die Mehrheit für die erste Wahl, wieviele Punkte macht mein Gegenüber. Verblüffend was sich mit so einfachen Mitteln in so kurzer Zeit unterbringen lässt bei erfrischend ungewöhnlicher Aufmachung. Klar unterscheidbare, schön gestaltete Karten und ein strukturiert gestaltetes Geschirrtuch, auf dem das alles stattfindet, wo ein normales Spielbrett viel zu wuchtig ausgefallen wäre. Einfach verblüffend!

Bewertung: Spitze!

Adventure Games – Das Verlies: Dann doch lieber einen Roman!

Da muss man nicht einfach alles durchprobieren und sich mit literarischem oder besser textuellem, wir wollen ja nicht übertreiben, Einheitsbrei zufrieden geben. Am Ende hat man so ziemlich jede mögliche Kombination durch und darf feststellen, dass es welche gibt, an die gedacht wurde und an andere halt nicht. Immerhin eignet sich das (Spiel-)Prinzip gut dazu, das Vorlesen zu üben.

Bewertung: Gähn!

Flamme Rouge: Deckrückbau!

Voller Energie in Form eines Kartenstapels starten wir ins Rennen von Asger Harding Granerud. Doch mit jedem Stück der Strecke verlieren wir mehr oder weniger davon, je nachdem wie stark die Karte ist, die uns in die Pedale hat treten lässt und wir deshalb abwerfen müssen. Wie stark genau, das ist jedes Mal eine knifflige Entscheidung: Bloß nicht abgehängt werden oder auch nur hinten ins Feld rutschen, weil man da von den Voranfahrenden geblockt werden kann. Ganz vorne wiederum nimmt die Erschöpfung am schnellsten zu. Am besten in der zweiten Reihe bleiben. So oder so schwinden jedoch mit dem Kartenstapel die Kräfte und am Schluss zeigt sich dann, wer damit am besten haushalten konnte.

Bewertung: Spitze!

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Living Forest: Missverständnis?

Dem Spiel von Aske Christiansen wird häufig vorgeworfen, dass die Flammen-Strategie dominiere, dass also regelmäßig gewinne, wer sich darauf fokussiert, diese zu löschen. Tatsächlich gewinnt der Feuerlöscher, sofern die anderen ihn gewähren lassen.

Bewertung: Naja!

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Kartenspiele für 6 Personen

Wie bitte? Den Anfang der Rangliste macht ein 30 Jahre altes Spiel? Und das obwohl Sticheln der Jury für das Spiel des Jahres keine Erwähnung wert war und es beim Deutschen Spielepreis nur für Platz 8 reichte? Hält man sich noch vor Augen, dass die Zahl der Neu-Erscheinungen 1993 deutlich geringer war als heute, dann hat Sticheln wahrlich nicht sonderlich gut abgeschnitten. Andererseits: Welches Kartenspiel hat das schon?

RangSpielCharakterAlterSpielerDauer
1StichelnStichspiel10+3-630
2KuhhandelVersteigerung10+3-660
3InsiderDeduktion8+5-815
4CodenamesDeduktion10+4-830
5Just OneDeduktion8+4-720
67 WondersDrafting10+3-730
7Lovecraft LetterDeduktion10+2-630
8WizardStichansage10+3-645
9SaboteurDeduktion8+5-1030
106 nimmt!Kartenablage8+2-1020
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Dorfromantik: Konsequent!

Nach einem Wimmelbild-Krimi 2021 und einer Plättchenlege-Tüftelei 2022, bei denen es beide Male keinen nennenswerten Unterschied macht, wieviele und ob überhaupt jemand mitspielt, wurde 2023 jetzt die Kombi daraus Spiel des Jahres: Wir legen nun gem(einsam) Plättchen zu einem Landschaftswimmelbild aus.

Bewertung: Gähn!

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Beyond the Sun: Ausladend!

Der Platzbedarf, die Aufmachung, der Spielfluss, die Zugänglichkeit, das ganze Spiel ist ausladend. Man braucht einen riesigen Tisch für ein Spielbrett, das lediglich eine Kartenablage darstellt, wobei enorm viele Zwischenräume gelassen wurden. Die Gestaltung des Spielmaterials ist eigentlich angenehm schlicht, doch leider sind die wichtigen Kartentexte dennoch unangenehm klein. Ständig werden die Karten rumgereicht, damit jeder noch mal genau lesen kann, doch eine Runde später hat man die Hälfte wieder vergessen. Dabei müsste man die Eigenschaften von einem guten Dutzend Karten in die Zugplanung einbeziehen.

Bewertung: Naja!

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Carnegie: So, so, Carnegie also!

Andrew Carnegie also, der Philantrop, dem seine Angestellten und ihr Leben nicht viel bedeutete, wird hier als Namenspatron mit dem expliziten Hinweis gewählt, dass man seine negativen Seiten außen vor lassen wolle. Das ist recht brav und genau so brav ist das Spiel dann auch geworden.

Bewertung: Nett!

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