Colosseum: Spektakel!

An Stelle eines streng regeltechnisch angeleiteten Spielerlebnisses, führt die mechanische Untermotorisierung von Colosseum zu einem launigen Kuriositätenkabinett. Es hat durchaus großen Unterhaltungswert, wenn mal wieder die Pferde fehlen, um die Streitwagen in die Arena zu ziehen und deshalb die Priester als Zugtiere einspringen müssen. Gerne überziehen uns die werten Konkurrenten dann noch mit Hohn, während sie Senatoren, Konsuln oder gar den Kaiser in ihre eigenen Arenen locken, sodass niemand mehr unser trauriges Schauspiel sehen will. Ein wahrlich schauriger Abend in der sandigen Arena sorgt so für prächtige Stimmung am hölzernen Spieltisch.

Bewertung: Nett!

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Zug um Zug: Varianten

Zug um Zug bietet zahlreiche Varianten und Erweiterungen. Hier ein kleiner Auszug:

Auch Zug um Zug Europa zeichnet sich durch ein lockeres Spiel mit flottem Verlauf aus! Tunnel und Fähren bringen ein wenig Abwechslung, aber auch Unwägbarkeiten. Die Bahnhöfe verhindern totale Katastrophen, wenn Strecken weggeschnappt werden und sorgen so für eine spannende Partie bis zum Schluss. Vor allem aber verhindert der Spielplan, dass zum Schluss auf gut Glück Aufträge gezogen werden können und behebt so ein Manko des Originals. Einerseits wird es auf dem Plan schnell eng, andererseits geht es in verschiedene Richtung, während beim Zug um Zug in Amerka stets Ost-West dominiert.

Bewertung: Empfehlung!

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Tikal: Auge spielt mit!

Das Spiel erzählt eine Geschichte und ist ebenso schön wie atmosphärisch aufgemacht. Jedes Archäologenteam versucht zuerst an den attraktivsten Grabungsstätten zu sein oder die Konkurrenz durch seine pure Mitgliederzahl auszustechen. Wer findet die wertvollsten Schätze und ältesten Tempel? Mit grüblerischen Optimierspiel-Experten kann es sich ziehen, doch für die gibt es eigentlich andere Spiele, ist hier doch der Glücksanteil ein wenig zu hoch. Deshalb eignet sich Tikal wunderbar als packendes Familienspiel, das auch Eltern hohen Unterhaltungswert bietet.

Bewertung: Spitze!

Dune Imperium: knisternd!

Als Ausgangspunkt haben wir einen typischen Deckbau: Wir starten mit eher schwachen Karten, mit denen wir aus einer wechselnden Auswahl stärkere kaufen können. Damit gehen einerseits die üblichen Effekte einher wie Karten nachziehen, Karten verschrotten oder Karten kombinieren. Andererseits aber dienen die Karten auch dazu Arbeiter auf Einsatzfelder des Spielplans einzusetzen, die schon allein deshalb knapp bemessen erscheinen, weil sie sehr unterschiedlich sind und es wirklich schmerzt, wenn sie uns weggeschnappt werden. Somit haben wir nicht nur ein Deckbauspiel, sondern auch ein Arbeitereinsetzspiel.

Bewertung: Empfehlung!

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La Cuenta: Klo-Humor!

Wir bekommen einen Haufen Geld und fünf kulinarische Karten auf die Hand und legen dann drei verschiedene Tapas-Typen zu aufsteigenden Preisen auf drei verschiedene Stapel bis jemand einen Kaffee bestellt. Wenn man dann nicht gerade per Karte aufs Klo verschwindet, muss man die ganze Rechnung zahlen. Gewonnen hat, wer nach ein paar Runden am meisten Geld übrig hat. Wir sind also dem Kartenglück völlig ausgeliefert und manchmal können wir schon nicht mehr legen, ehe der Kaffee serviert wurde. Das ist im Spielverlauf langweiliger und langatmiger als Mau Mau bzw. Uno. Bei höherer Spielerzahl entfällt zudem die Möglichkeit bei schlechter Kartenhand die Rechnung ggf. freiwillig früher zu übernehmen, weil man oft nur einmal dran kommt, manchmal sogar überhaupt nicht.

Bewertung: Gähn!

Darwin’s Journey: wunderschön!

Wir ziehen die Schachtel aus dem Regal und erblicken eine einnehmende Illustration von einem alten Charles Darwin mit Buch in der Hand vor einem Schiff an einer exotischen Küste. Zum Zeitpunkt der Reise war Darwin zwar gar nicht alt, aber sein Aussehen im Alter ist viel bekannter, beinahe ikonisch. Dann öffnen wir die Schachtel und entdecken eine mindestens ebenso schöne Illustration von Darwin im Sessel. Nicht nur die Verpackung, auch das ganze Spiel besticht durch eine ebenso thematische wie einnehmende Gestaltung.

Bewertung: Empfehlung!

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Löwenherz: Das kann man nicht allein spielen!

Im Gegensatz zu so vielen Spielen der heutigen Zeit, ist bei Löwenherz kein Solo-Modus möglich, denn Interaktion ist hier kein verschämtes Beiwerk. Ständig versucht man die anderen auszumanövrieren, indem man Grenzen setzt oder verschiebt, Ritter platziert oder auch starke Politikkarten aus einer anfänglich großen und dann stetig schrumpfenden Auswahl zieht. Überall reizen Möglichkeiten, lauern Gefahren, drohen Gemeinheiten.

Bewertung: Spitze!

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Paris: Noch ein Mehrheitenspiel!

Noch ein Mehrheitenspiel von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling! Diesmal wurde der Mechanismus irgendwie umständlich mit einem völlig abstrakten Ressourcensammeln verknüpft. Das funktioniert zwar, fesselt aber nicht. Irgendwie ringen alle mit ihren Limitationen an Ressourcen, was die interaktive Dynamik bremst und dadurch in eine gewisse Vorhersehbarkeit überführt. Da ist bei El Grande, Tikal und Asara deutlich mehr los. Gelungen ist allerdings die künstlerische Umsetzung. Obwohl man bei der Mechanik zu spüren vermeint, dass sie in Tabellenform entwickelt wurde, präsentiert sich das Spiel in einem ansprechenden Rund mit französischen Flair.

Bewertung: Naja!

Go: Unerreicht!

Sehr einfache Regeln eröffnen eine gewaltige Tiefe und ein ebenso vielschichtiges wie spannendes Duell. Kein Spiel gleicht dem anderen. Ein bei allen Neuerscheinungen bis heute herausragendes Brettspiel für zwei. Zumal sich mit Vorgabesteinen Unterschiede der Spielstärke ausgleichen lassen, sodass für Spannung immer gesorgt ist.

Bewertung: Spitze!

Rajas of the Ganges: Eingeständnis!

Um Aktionen auszulösen, setzen wir mit Arbeitern Würfel ein und nehmen damit anderen die entsprechenden Felder weg. So weit haben wir es mit einem gewöhnlichen Arbeiter- bzw. Würfeleinsetzspiel zu tun. Hier setzen wir aber nicht einfach nur Würfel ein, sondern es muss an entscheidenden Stellen auch die passende Farbe sein. Das erhöht die Glücksabhängigkeit in einem Maße, dass es Einsatzfelder nötig macht, mit denen sich Würfel in andere Farben tauschen lassen. Dieses Eingeständnis, dass sich der Zufall anders nicht in Zaum halten ließ, kommt nicht von ungefähr, und verwandelt die grundsätzlich strategische Aufgabenstellung in einen kontinuierlichen Würfelbasar, bei dem gewinnt, wer weniger oft Würfelfarben und -zahlen konvertieren muss.

Bewertung: Naja!

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