Löwenherz: Das kann man nicht allein spielen!

Im Gegensatz zu so vielen Spielen der heutigen Zeit, ist bei Löwenherz kein Solo-Modus möglich, denn Interaktion ist hier kein verschämtes Beiwerk. Ständig versucht man die anderen auszumanövrieren, indem man Grenzen setzt oder verschiebt, Ritter platziert oder auch starke Politikkarten aus einer anfänglich großen und dann stetig schrumpfenden Auswahl zieht. Überall reizen Möglichkeiten, lauern Gefahren, drohen Gemeinheiten.

Bewertung: Spitze!

Es ist ordentlich etwas los auf dem Brett. Zumal man ständig auf der Hut sein muss, was wohl die nächste Rundenkarte für Optionen bringt. Mitnichten liegt darin ein hoher Glücksfakter, denn dem Lauf der durchaus überschaubaren Geschehnisse sind alle gleichermaßen ausgesetzt und alle können darum mitbieten. Wer sich vorher pleite gespielt hat, ist kein Opfer des Zufalls, sondern eigener Fehlkalkulation oder Risikoabwägung. Natürlich kann es bei sehr interaktiven Spielen je nach Situation auch zur Königmacherei kommen, wobei man mit Ritterstärke sich durchaus gegen böse Überraschungen schützen kann. Irgendwie machen die möglichen Boshaftigkeiten das Spiel aber auch familientauglich, weil die Kinder wunderbar den Eltern empfindliche Schläge verpassen können, während bei so mancher Optimierorgie der Sieger oft genug schon vor Spielbeginn feststeht.

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