Memory vs. Zicke Zacke Hühnerkacke

William Hurter: Memory
Klaus Zoch: Zicke Zacke Hühnerkacke

Zicke Zacke Hühnerkacke greift die Spielidee des Klassikers Memory auf und verleiht dem Spiel eine Rasanz, die bei Kindern gut ankommt. Mit dem Teenager-Alter lässt die Begeisterung dafür aber dann wieder nach, wogegen die Gemütlichkeit des Klassikers Älteren entgegen kommt.

Geschichte: vom Merk- zum Rennspiel

Obwohl die Grundidee von Memory deutlich älter sein dürfte, ist das Spiel, so wie es heute jede/r kennt, verblüffend spät erschienen. Die Erstveröffentlichung durch Ravensburger liegt nicht weiter zurück als jene von Risiko: Beide Spiele sind erst 1959 erschienen. Vorläufern wie etwa dem Zwillingsspiel blieb der kommerzielle Erfolg versagt, wogegen sich Memory millionenfach verkauft. An die Spielidee knüpft Klaus Zoch dann knapp 40 Jahre später mit Zicke Zacke Hühnerkacke an und ergänzt das Merkspiel um ein Wettrennen. Dafür gab 1998 den Preis Kinderspiel des Jahres.

Mechanik: richtig aufdecken

Die Mechanik von Memory ist ebenso altbekannt wie gemütlich: Zwei Karten aufdecken und wenn es sich um das gleiche Motiv handelt, an sich nehmen und nochmal versuchen. Bei Zicke Zacke geht es darum, immer das passende Motiv zum Plättchen zu finden, das vor dem eigenen Huhn steht. Wenn es passt, geht es einen Schritt vorwärts und man darf nochmal. Umso besser man also die verdeckten Karten irgendwann kennt, desto flotter geht es im Kreis herum und auf die Jagd nach den anderen Hühnern.

Interaktion: unabsichtliche Vorlagen erwünscht

Bei Memory freut man sich über jede Vorlage, welche Mitspieler geben. Zicke Zacke verstärkt diesen Effekt noch: Da alle Spieler über alle Plättchen laufen und auch keine Karten weggenommen werden, geht es darum, sich möglichst schnell alle einzuprägen. Man darf also nichts verschlafen!

Glück: ab und zu

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Bei allen Spielen, in denen Karten aufgedeckt werden, kann man auch einfach mal Glück haben. Im Laufe des Spiels kommt es dann aber doch vor allem auf die Merkleistung ab. Das gilt für Memory und Zicke Zacke gleichermaßen.

Aufmachung: da sieht jemand alt aus

Die großen Holzhühner machen etwas her und es ist natürlich eine diebische Freude, anderen die Federn zu klauen. Wobei! Als Erwachsene/r ist man eher Leidtragende/r. Jedenfalls sieht Memory gegen Zicke Zacke buchstäblich alt aus.

Komplexität: unnötig

Komplexität macht Merkspiele nur unnötig kompliziert und so halten beiden Spiele die Zugangshürde möglichst gering.

Thematik: überflüssig

Zicke Zacke ist nicht mehr oder weniger thematisch wie andere Memory-Varianten. Es dreht sich alles um Hühner, aber rein von den Abläufen wären Traktoren ebenso stimmig.

Spieldauer: flott

Während man für eine Runde Memory schon mal eine halbe Stunde einplanen kann, braucht man für Zicke Zacke nur die Hälfte der Zeit. Zwei mal hintereinander zu spielen, ist trotzdem schwierig, weil man dann wie bei allen Merkspielen komplett durcheinander kommt.

Spielerzahl: Memory funktioniert auch zu sechst

Bei Zicke Zacke dürfen es nicht mehr als vier Spieler sein. Mehr Hühner gibt es einfach nicht. Memory läuft dank kurzer Wartezeiten auch mit sechs Spielern rund. Zu zweit machen beide Spiele eine gute Figur.

Spielalter: ab 4 Jahren

Das klassische Memory können Kinder schon ab vier Jahren spielen und das gilt auch für Zicke Zacke. Empfehlen sollte man es aber wohl eher ab fünf Jahren, während sich vorher Junior-Varianten von Memory mit weniger Karten besser eignen. Die Begeisertung für das rasante Zicke Zacke lässt irgendwann wieder nach. Memory hingegen ist auch großelterntauglich.

Spielgefühl: gemütlich oder lieber fetzig

Memory spielt sich eher ruhig, während Zicke Zacke ordentlich auf die Tube drückt. Entsprechend weckt Letzteres bei Kindern mehr Begeisterung, wogegen der Klassiker als altersübergreifender Dauerbrenner glänzt.

Autoren: William Hurter und Klaus Zoch

Der William Hurter verwandelte das zuvor als Zwillingsspiel kursierende Spiel zusammen mit dem Ravensburger Verlag zu jenem Klassiker, der heute unter Memory allgemeine Bekanntheit erlangt hat. Ansonsten ist der Schweizer in der Spieleszene nie wieder in Erscheinung getreten. Klaus Zoch, der Entwickler von Zicke Zacke, hingegen hat einen erfolgreichen Spieleverlag ins Leben gerufen. Außerdem stammen unter anderem die bekannten Spiele Bausack und Beppo der Bock von ihm.

Preis: Qualität fürs Geld

Mit ca. 15 Euro für Memory bzw. ca. 20 Euro für Zicke Zacke sind beide Spiele nicht wirklich günstig zu haben, dafür stimmt bei beiden die Qualität. Nicht zu vergessen die großen Holzhühner beim rasanten Wettrennen.

Vergleich: gleiche Spielidee, andere Geschwindigkeit

Ob alt, ob jung, ob spielerfahren oder nicht: Bei Memory handelt es sich um einen Klassiker, den man einfach mit jeder/m spielen kann. Die einfachen Regeln lassen es voll und ganz auf die Gedächtnisleistung ankommen, sodass Kinder hier schon früh echte Erfolgserlebnisse feiern können. Zicke Zacke greift die Spielidee auf und beschleunigt das Geschehen. Das Wettrennen um die Schwanzfedern bringt Leben in die Bude. Was an Gemütlichkeit verloren geht, kommt an Rasanz hinzu.

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