
Natürlich wird Caverna mit Agricola verglichen. Denn wie dort geht es um Landwirtschaft, gibt es Schafe, Schweine, Rinder, Äcker, Weiden und Familienmitglieder. Außerdem wird spielmechanisch wieder Arbeitereinsatz mit Anhäufungsfeldern kombiniert. Bei Caverna gibt es aber auch noch Einiges mehr: Hunde, Esel, Höhlen, Minen und Waffen. Zugleich gibt es auch weniger: und zwar Höhleneinrichtungen, welche die Anschaffungen und Ausbildungen ersetzen. Bekommen wir bei Agricola jedes Mal andere davon als Handkarten, liegen bei Caverna immer die gleichen aus. Obwohl es 47 Höhleneinrichtungen gibt, reduziert das die Varianz, die Agricola auszeichnet und ihm den großen Reiz verleiht, doch merklich.
Bewertung: Nett!
Dafür geht es bei den Einsetzfeldern nicht so eng zu, sodass Caverna mehr Alternativen zu blockierten Feldern bietet, was zusammen mit den zahlreichen neuen Spielelementen mehr Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Ging es bei Agricola darum, mit Hilfe der Handkarten einen möglichst eleganten Weg durch den eng geprägten Korridor der Gestaltung des eigenen Hofes aus der frühen Neuzeit zu finden, so suchen wir mit dem schlanken Angebot an unterstützenden Einrichtungen bei Caverna einen möglichst ertragreichen Weg durch die reichen Gefilde der Zwergenwelt. Bei Agricola herrscht Mangel: Mangel an Nahrung, Mangel an Rohstoffen, Mangel an attraktiven Einsetzfeldern. Jeder Zug will so gewählt werden, dass andere nicht die wichtigsten Aktionen wegschnappen. Bei Caverna herrscht beinahe Überfluss: Nur selten bangt man um Nahrung, Rohstoffe und Einsetzfelder. Dafür will jeder Zug so gewählt werden, dass er für die gewählte Strategie möglichst gewinnbringend ist.
Trotz aller Ähnlichkeiten spielen sich die beiden Spiele deshalb so unterschiedlich, dass der Vergleich fast ein wenig irreführend wirkt. Sie sprechen unterschiedliche Spielgruppen an: Mangelwirtschaft versus Ressourcenstapeln, Kartenkombinieren versus Strategie-Austesten, wichtige Felder blockieren versus alternative Wege gehen. Allerdings sind nicht alle Strategien gleich erfolgversprechend, weil die Höhleneinrichtungen nicht gut ausbalanciert sind. Mit manchen lassen sich beinahe mühelos hohe Punktzahlen generieren, mit anderen kaum. Die Beutezüge machen die Spielzüge länger und das Spiel unübersichtlicher. In jedem Fall eignet sich Caverna für mehr Spieler.
