Lords of Waterdeep: zu viel versprochen!

Auf dem Karton prankt groß und breit der Schriftzug von Dungeons & Dragons. Auf der Rückseite ist von Quests und Abenteurern die Rede. Drin ist aber lediglich ein allzu gewöhnliches Arbeitereinsetzspiel: Wir setzen Arbeiter ein, mit denen wir Ressourcen sammeln, mit denen wir Aufträge erfüllen, mit denen wir Punkte machen.

Bewertung: Naja!

Über diese Durchschnittskost hinausgehend bietet Lords of Waterdeep (ähnlich wie Caylus) die Möglichkeit, sich Arbeitereinsetzplätze zu kaufen, bei denen wir von der Nutzung durch andere profitieren. Außerdem gibt es noch Intrigenkarten, die wir ebenfalls über Arbeitereinsatz erwerben bzw. ausspielen und für uns so manchen Vorteil oder für andere so manchen Nachteil bereit halten. Mehr ist es nicht und so läuft das Ganze spielmechanisch recht nüchtern ohne besondere thematische Bezüge ab. Die ergeben sich allein aus der Benennung der Einsatzfelder, Kartennamen und zahlreiche Begleittexte. Die schlichte Mechanik ist also einfach thematisch gerahmt. Das war’s.

Die Abenteurer sind übrigens gewöhnliche Ressourcenwürfel. Aber hatte D&D nicht auch Rollenspielcharakter? Achja natürlich: Am Anfang bekommen wir jeweils noch eine Lord Card, die am Ende extra Siegpunkte für den Fokus auf bestimmte Dinge gibt. Das war’s jetzt aber wirklich.

Das Spiel funktioniert, aber die Aufmachung verspricht mehr, jedenfalls mehr als ein gewöhnliches Arbeitereinsetzspiel. Das kommt dann auch noch mit einem Plastikeinsatz daher, der im übertriebenen Bemühen darum, über die weitgehende Leere im windigen Karton hinweg zu täuschen, zu wenig Platz fürs Material lässt. Das Akronym ist Programm: LoW!

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