
Wir nehmen uns höchstens mal Aktionskarten und Bonusplättchen weg, ansonsten aber spielen wir ungestört neben einander her. Wir können uns noch nicht einmal im Weg stehen. Damit erfüllt das Spiel eigentlich die Voraussetzung, kein gemeinsames Spielerlebnis aufkommen zu lassen. Trotzdem ist es jedes Mal wieder packend: Wir müssen die beiden sehr variablen Spielpläne genau lesen, wir müssen passende Persönlichkeitskarten für Extra-Boni auswählen, wir müssen uns eine Strategie zurecht legen und die müssen wir dann buchstäblich mit Reisen auf der Europakarte auf die Straße bringen.
Bewertung: Empfehlung!
Dazu versuchen wir in jeder der sechs Runden aus unseren fünf Zügen mit den verfügbaren Handkarten möglichst viel rauszuholen. Vor jeder Runde entsteht so bei allen gleichzeitig eine kleine Denkpause, um die fünf Schritte vorauszuplanen. Eine knifflige, aber keine überfordernde Aufgabe, wodurch sich ein Spielgefühl fast wie bei einem Programmierspiel einstellt (allerdings ohne den Chaosfaktor wie bei RoboRally). Da neben den Spielplänen auch die Kartenhand sehr variabel ist und sich im Spiel kontinuierlich ändert, ergibt sich deutlich mehr Abwechslung als anfangs vermutet. Der spannende Kartenmechanismus lässt keine Längen aufkommen und bietet auch für Mitspieler verblüffende und nachvollziehbare Kombi-Kaskaden in einer guten Stunde.
Thematisch kommt das Kombinatorik-Rätsel recht nett verpackt daher: Wir reisen von Uni zu Uni und historischen Städten durch Europa, lassen uns von Gelehrten helfen und müssen richtig schnöde Arbeit verrichten, wenn wir Geld brauchen. Vor allem aber füllen wir, wie es sich für Wissenschaftler gehört, Bücherregale! Ein Hinweis noch: Obwohl in der Anleitung nicht vermerkt, sollten nicht nur die Spieler-Tableaus, sondern unbedingt auch die Farben ausgelost werden, weil sich die Startdecks tatsächlich unterscheiden, nur wenig zwar, aber doch spürbar.
