
Als Ausgangspunkt haben wir einen typischen Deckbau: Wir starten mit eher schwachen Karten, mit denen wir aus einer wechselnden Auswahl stärkere kaufen können. Damit gehen einerseits die üblichen Effekte einher wie Karten nachziehen, Karten verschrotten oder Karten kombinieren. Andererseits aber dienen die Karten auch dazu Arbeiter auf Einsatzfelder des Spielplans einzusetzen, die schon allein deshalb knapp bemessen erscheinen, weil sie sehr unterschiedlich sind und es wirklich schmerzt, wenn sie uns weggeschnappt werden. Somit haben wir nicht nur ein Deckbauspiel, sondern auch ein Arbeitereinsetzspiel.
Bewertung: Empfehlung!
Vor allem aber ist Dune Imperium ein Konfliktspiel. Alles, was wir treiben, dreht sich letztlich um die Kämpfe, die Runde für Runde stattfinden und jedes Mal andere Belohnungen ausschütten, nicht zuletzt einige der raren Siegpunkte. Das verleiht jedem Zug Bedeutsamkeit und hält die Spannung hoch. Mit dem Deckbau lassen sich verschiedene Strategien verfolgen, während die Konflikte ständig auch taktische Überlegungen abverlangen. Durch Intrigenkarten, die wir bei manchen Einsatzfeldern bekommen, kommen dann noch Glücksfaktoren hinzu, deren Unwägbarkeiten die Auseinandersetzungen noch nervenaufreibender machen. Diese knisternde Stimmung trägt dann tatsächlich drei Stunden, die das Vergnügen zu viert dauert. Manchmal fühlt man sich dem Geschehen vielleicht etwas ausgeliefert, aber das Spiel schafft es, dass Phasen der Stärke und solche der Schwäche hin und her wogen.

Die Variante Uprising bringt ein paar Modifikationen: Spione erlauben es nun, besetzte Einsatzfelder trotzdem zu nutzen, so dass die Auswirkungen der Spielerreihenfolge abgemildert werden kann. Die Karteneffekte sind insgesamt stärker, aber teilweise auch schwerer auszulösen, sodass die Züge kniffliger sind. Darüber hinaus haben die neu eingeführten Sandwürmer starken Einfluss auf die Konflikte, sind aber schwer zu beschwören, wodurch die Kämpfe noch unvorhersehbarer werden. Insgesamt ist Uprising weniger leicht zugänglich, hat aber mehr Würze. Den Kern des Spiels bildet weiterhin das geschickte Austarieren von Strategie und Taktik beim gleichzeitigen Reagieren auf verschiedene Glücksfaktoren.
