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Le Havre: Anhäufung!


Bewertung: Empfehlung!

Le Havre wird oft mit Agricola verglichen, weil es aus der Feder des gleichen Autors stammt, der hier nochmals seine Meisterschaft beim Arbeitereinsatz mit Anhäufungsfeldern unter Beweis stellt. Mit Agricola hat Uwe Rosenberg die Anhäufungsfelder eingeführt, bei Le Havre hat er dieses Spielprinzip auf die Spitze getrieben. Während sich die Bestände an Fisch, Holz, Lehm, Eisen, Getreide und Rindern beharrlich füllen, stehen wir beständig vor der Frage, ob wir jetzt zugreifen wollen, damit niemand anderes reiche Beute macht, oder ob wir nicht doch lieber unsere Produktionskette erweitern, oder vielleicht noch ein weiteres Schiff bauen. Die Entscheidung fällt nicht leicht und mit dem Anwachsen der Ressourcenstapel wird sie immer schwerer.

Bei aller Ähnlichkeit der zu Grunde liegenden Mechanik spielt sich Le Havre erstaunlich anders. Es überfordert nicht von Beginn an mit einer Fülle an kombinatorischen Möglichkeiten, vielmehr fängt es ebenso gemächlich wie übersichtlich an. Das Problem liegt weniger im Möglichkeitsraum als im Dilemma. Ständig gilt es den Verlockungen der stetig anwachsenden Anhäufungsfelder nicht zu früh, aber auch nicht zu spät nachzugeben. Es ist mehr ein Pokern mit dem Gegenüber als die Wahrnehmung von Gelegenheiten. Dass die Produktionsketten gute Planung erfordern, macht diesen Poker nur umso verzwickter.

Völlig anders als bei Agricola gestaltet sich auch das Ringen um die Einsatzfelder, denn in Le Havre haben wir jeweils nur einen Arbeiter, was das Bangen um freie Plätze einerseits mildert. Jedoch bleiben die Arbeiter so lange stehen, bis sie an einen anderen Ort geschickt werden. Das kann manchmal einige Runden dauern, was die Geduld andererseits durchaus auf die Probe stellt. Ja, Le Havre ist wie Agricola ein Arbeitereinsatzspiel mit Anhäufungsfelder von Uwe Rosenberg, doch der Meister seines Fachs stellt unter Beweis, was für unterschiedliche spielerische Aromen sich mit den selben Zutaten kreieren lassen.


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